Udo Beis­sel

Udo Beis­sel, Grün­der und Vor­stand.

Als leib­li­cher Vater von zwei erwach­se­nen Söh­nen, die von der Behin­de­rung durch das Fetale Alko­hol­syn­drom betrof­fen sind – beide erst im Erwach­se­nen­al­ter dia­gnos­ti­ziert – habe ich zunächst mit Erstau­nen fest­ge­stellt, dass diese Dia­gnose weit­ge­hend unbe­kannt ist oder sogar vor­sätz­lich igno­riert bezie­hungs­weise gering­ge­schätzt wird. Dabei musste ich mit­er­le­ben, wie diese auf den ers­ten Blick unsicht­bare Behin­de­rung jede andere Behand­lung und Hilfs­maß­nahme blo­ckiert oder gar ins Gegen­teil ver­kehrt. Gerade die meist mit FASD ein­her­ge­hen­den zusätz­li­chen Belas­tun­gen, wie Sucht­pro­bleme oder psy­chi­sche Stö­run­gen, blei­ben in ihrer Behand­lung ste­cken, wenn der Zusam­men­hang mit FAS nicht erkannt oder nicht mit­be­rück­sich­tigt wird. Fehl­dia­gno­sen sind unter FASD-Fachleuten bes­tens bekannt, aber deren Kom­pe­ten­zen sind nicht gefragt. Sie wer­den lei­der im klas­si­schen Medi­zin­be­trieb nicht mit hin­zu­ge­zo­gen.

Das erheb­li­che Defi­zit bei den soge­nann­ten „Exe­ku­ti­ven Funk­tio­nen” ver­hin­dert außer­dem eine Teil­habe am nor­ma­len Leben, und das nahezu voll­stän­dig. Denn auch Betreuer aller Art, ambu­lante sozi­al­psych­ia­tri­sche Ein­rich­tun­gen, Ein­glie­de­rungs­hil­fen und Arbeit­ge­ber wis­sen nichts oder zu wenig über FASD, sodass Hilfs­maß­nah­men schon im Ansatz schei­tern. 

Mein Fazit nach drei Jah­ren seit der offi­zi­el­len Dia­gnose: Für Erwach­sene gibt es nach mei­ner Erfah­rung noch keine wirk­lich adäquate Unter­stüt­zung in Ham­burg. Mein Anlie­gen ist es, diese Situa­tion nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Bei mei­ner Ver­eins­ar­beit werde ich mich dem­nach beson­ders um das Thema Erwach­sene, den Über­gang der Hil­fe­leis­tun­gen von Jugend­li­chen zu Erwach­se­nen, sowie um juris­tisch rele­vante Belange küm­mern.